Es ist kein Zufall, dass viele Menschen gerade in ihren Fünfzigern damit beginnen, sich ihrem „inneren Kind“ zuzuwenden. Psychologisch betrachtet ist dieses Alter eine Phase der grossen Inventur. Während man in den 20ern und 30ern oft damit beschäftigt ist, im Aussen zu funktionieren ( Karriere, Nestbau, Kindererziehung ), verschiebt sich der Fokus um die 50 nach innen.
Die Hauptgründe für diesen „späten“ Aufbruch:
1. Das Ende der “ Rush Hour “ des Lebens. In den Jahrzehnten davor sind wir meist im Überlebens-oder Leistungsmodus. Es muss gearbeitet, die Kinder grossgezogen und das Haus abbezahlt zu werden.
-Der Raum entsteht: Wenn die kinder ausziehen oder die Karriere ihren Zenit erreicht, bricht die gewohnte Struktur weg. Die Stille, die entsteht, lässt die Stimmen hörbar werden, die man jahrelang weggedrückt hat.
2.Die “ Generativität “ vs. Stagnation. Nach dem Modell des Psychologen Erik Erikson befinden sich Menschen in dieser Phase im Konflikt zwischen Generativität und Stagnation.
-Man fragt sich :“ Was hinterlasse ich ? Um gesund weitergeben zu können, merken viele, dass sie erst ihre eigenen Altlasten klären müssen, um nicht die gleichen negativen Muster an die nächste Generation zu vererben.
3.Das versagen alter Überlebensstrategien.
-Der Körper und die Psyche sagen: “ Ich kann diese Last nicht mehr tragen.“ Die Arbeit mit dem inneren Kind ist dann oft der einzige Weg, um die Ursache dieser Erschöpfung zu finden.
4.Die Endlichkeit wird real.Mit 50 wird einem bewusst, dass die Lebenszeit begrenzt ist. Es setzt eine “ Jetzt oder nie „- Mentalität ein.
-Man möchte die zweite Lebenshälfte nicht mehr als “ Schatten seiner selbst “ verbringen, sondern authentisch und frei sein. Die Heilung alter Verletzungen ist die Voraussetzung für diese neue Freiheit.
5. Die Veränderung der Eltern – Beziehung. In den Fünfzigern werden die eigenen Eltern alt oder versterben.
-Dies löst eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft aus. Wenn die Eltern als “ Autoritätspersonen “ schwächer werden oder gehen, trauen sich viele erst , die Dynamiken der eigenen Kindheit kritisch und ehrlich zu hinterfragen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die 50er sind oft das Alter, in dem wie genug Lebenserfahrung und Stabilität besitzen, um uns den Dämonen der Vergangenheit zu stellen, und gleichzeitig genug Dringlichkeit spüren, um es endlich anzugehen.

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